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30.06.17

Förderpreis „Young Ophthalmologist“

Retinaspezialist Priv. Doz. Dr. med. Kai Januschowski erreicht 2. Platz  

Beim 10. Ophthalmologischen Symposium von Bausch + Lomb verlieh der Hersteller von technologieorientierten Produkten für das Auge den Förderpreis „Young Ophthalmologist“ für herausragende medizinische Forschung. Der Sulzbacher Oberarzt und Retinaspezialist  Priv. Doz. Dr. med. Kai Januschowski gewann den 2. Platz mit dem Thema „Suprachoroidaler Hydrogelbuckel“. Dieser neue operative Ansatz kombiniert die Stärken der Vitrektomie und Buckelchirurgie, ausgedrückt in verbesserter Visusrehabilitation als auch weniger Rezidiven. Das derart operierte Auge heilt schneller durch den schonenderen Eingriff und die Patienten erleben weniger postoperative Komplikationen und Schmerzen.


Der Preis dient der Förderung des opthalomochirurgischen Nachwuchses unter 40 Jahren. Hauptkriterium für die Bewerbung war die Erarbeitung eines Lösungsvorschlags für eine klinische Problematik mit operativem Bezug. Mit dem Thema „Suprachoroidal hydrogel buckling as a surgical treatment of retinal detachment - biocompatibility and first experiences“ überzeugte Priv. Doz. Dr. med Kai Januschowski die Experten der Fachkommission.


Weiterentwicklung der Vitrektomie bei Netzhautablösung

Mit diesem neuen von Prof. Dr. Peter Szurman entwickelten Ansatz versuchen Priv. Doz. Dr. med Kai Januschowski und seine Arbeitsgruppe an der Augenklinik Sulzbach die Vorteile der Buckelchirurgie und Vitrektomie zu vereinen und zugleich die Nachteile der jeweiligen Methoden zu minimieren. Vorteile liegen in einer signifikant besseren Visusrehabilitation und voraussichtlich weniger Rezidiven, Schmerzen und Folgeoperationen.


Hintergrund und Ausgangslage

Seit Gonin und Custodis basiert die chirurgische Behandlung einer Netzhautablösung auf der Identifikation und Behandlung des ursächlichen Netzhautforamens durch Approximation und Fixation der Netzhaut. Vitrektomie und Plombenchirurgie entsprechen diesem Prinzip, jedoch mit spezifischen Vor- und Nachteilen: Die Vitrektomie bietet die Vorteile einer direkten, schnell vernarbenden Laserkoagulation der Foramenränder, eine optimale Weitwinkelvisualisierung und Ausleuchtung. Nachteile sind hierbei die mögliche Kataraktbildung, das Endophthalmitisrisiko und die visuelle Behinderung für den Patienten durch die Verwendung von Endotamponaden, ganz zu schweigen vom Risiko eines erneuten Eingriffes im Falle von Silikonölen als Tamponade.
Die Buckelchirurgie gilt als linsensparend und intraokular wenig invasiv, da lediglich eine Parazentese als Bulbuseröffnung oder eine Punktion der subretinalen Flüssigkeit erfolgt. Die Visualisierung ist jedoch generell schlechter, es kann zu Störungen der Augenmotilität durch die Plombe kommen (plomben-assoziierten Spätkomplikationen), die Kryokoagulation der Foramenränder vernarbt langsam und stellt ein starkes iatrogenes Trauma dar.


Kombinierte Stärken

Eine Kombination aus den Stärken der beiden Operationsverfahren bei gleichzeitiger Vermeidung der Schwächen ist sehr wünschenswert und wurde bereits vor Ort gezeigt: Der Ansatz eines suprachoroidalen Buckels mit einem optisch hochwertigen Operationsmikroskop, Endoillumination und Weitwinkeloptik (optimale Visualisierung) erlaubt dem Chirurgen eine pseudo-externe Approximation ohne Inkaufnahme einer iatrogenen Kataraktentwicklung oder Augenmotiliätsstörungen. Er ist wenig invasiv und bietet über die Verwendung der optischen Hilfen aus der Vitrektomie eine optimale Visualisierung. Das Auge heilt schneller durch den schonenderen Eingriff und die Patienten erleben weniger postoperative Komplikationen und Schmerzen.


Der prämierte Forscher

PD. Dr. med. Kai Januschowski gilt als ausgewiesener Experte für die Therapie des Katarakt und retinaler Erkrankungen. Seit Januar 2015 ist er als Funktionsoberarzt an der Augenklinik Sulzbach tätig und leitet das Uveitis-Zentrum. Durch seine vielfältigen Forschungsleistungen erreichte er im Juni 2015 den Habilitationspreis der AV Guestfalia und Felix Porsch-Johannes Denk-Stiftung, im Jan. 2015 den Wissenschaftspreis des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte und im Sept. 2012 den Glaukomforschungspreis der DOG.


Augenklinik Sulzbach in Zahlen

Die Augenklinik Sulzbach hat sich mit jährlich 22.000 Operationen in sieben neuen, hochmodernen Operationssälen zu einer der größten Augenkliniken in Deutschland entwickelt und ist weit über die Landesgrenzen hinaus anerkannt. Jedes Jahr behandeln 34 spezialisierte Ärzte und ein engagiertes Pflegeteam 40.000 ambulante und 5.200 stationäre Patienten. Unter den ärztlichen Mitarbeitern finden sich zahlreiche renommierte Experten, die in 16 Ambulanzen und Spezialsprechstunden tätig sind.
In den vergangenen Jahren hat sich die Klinik auf innovative und minimal-invasive Behandlungsmethoden spezialisiert, die deutlich schonender sind als die alten, großen Augen-Operationen: Dazu zählen die Operation des Grauen Stars mit Laser, die Behandlung des Grünen Stars mit Mikrokatheter und Stents, endoskopische Verfahren in der Netzhautchirurgie, die schonende Teiltransplantation der Hornhaut, neue Therapien von Makulaerkrankungen und die Behandlung in der modernen Augenlaserklinik. Seit 2015 gilt die Klinik als größtes Zentrum für Netzhaut-/Glaskörperoperationen (> 1.700 Vitrektomien) in Deutschland. Das Makulazentrum Saar gehört mit derzeit 10.000 Behandlungen im Jahr zu den größten nationalen Behandlungszentren für AMD.

Die Augenklinik unterhält mehrere Forschergruppen im eigenen Reinraum-Labor, Entwicklungs-partnerschaften mit renommierten Medizintechnik-Firmen, eine Forschungskooperation mit dem Fraunhofer Institut Sulzbach (IBMT), eine spezialisierte Gewebebank für Hornhaut-Transplantate und ein klinisches Studienzentrum.