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08.06.17

Heiß diskutiert: Pro und Contra der Cholesterinsenkung

Ist eine medikamentöse Cholesterinsenkung sinnvoll?
 
Traditionell findet im Juni der Aktionstag „Gefäßgesundheit“ der Deutschen Gesellschaft für Angiologie statt: In diesem Jahr informiert das Gefäßzentrum im Knappschaftsklinikum Püttlingen am 22. Juni um 18 Uhr im Konferenzraum des Dachgeschosses über die Ursachen und Folgen von zu hohen Cholesterinwerten, die für zahlreiche Gefäßkrankheiten mitverantwortlich sind. Einerseits ist die medikamentöse Senkung der Cholesterinwerte ein wichtiger Bestandteil in der Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere auch nach Herzinfarkt und Schlaganfall. Andererseits leiden Patienten jedoch auch häufiger unter Nebenwirkungen, wie Muskelschmerzen. Praktische Tipps zur eigenständigen Vorbeugung hoher Cholesterinwerte geben Ihnen Dr. Christiane Jochum, ärztliche Leiterin des Gefäßzentrums und Ernährungsberaterin Sabine Becker.
 
In den westeuropäischen Ländern findet sich bei Laborbestimmungen häufig eine Cholesterin-Erhöhung. Etwa jeder dritte Deutsche zwischen 18 und 79 Jahren ist hiervon betroffen. Cholesterin ist jeodch nicht gleich Cholesterin. Man unterscheidet LDL-Cholesterin (low density Lipoprotein), das im Verdacht steht Arteriosklerose zu verursachen, und das „gute“ HDL-Cholesterin (high density Lipoprotein), das vor Arteriosklerose zu schützen vermag. Zusätzliche Risikofaktoren wie Geschlecht, Alter, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes sowie eine mögliche familiäre Veranlagung sollten bei der Beurteilung von Cholesterinwerten in Betracht gezogen werden.
 
Warum und für wen ist die Cholesterin-Senkung sinnvoll?
Ein hoher Cholesterinwert allein ist kein Grund für eine medikamentöse Behandlung. Die Bedeutung einer Cholesterin-Erhöhung als Risikofaktor für die Entstehung der Arteriosklerose (Gefäßalterung) und infolge dessen von Herz-Kreislauferkrankungen ist zwischenzeitlich gut untersucht. 
Auch der positive Nutzen einer medikamentösen Cholesterin-Senkung nach Herzinfarkt und Schlaganfall ist eindeutig belegt. In der Vorbeugung (Prävention) gibt es jedoch häufig Verunsicherung, ob Lebensstiländerungen alleine ausreichen oder bereits eine medikamentöse Therapie erforderlich ist. Hier ist die individuelle Entscheidung für jeden einzelnen Patienten erforderlich. 
 
Cholesterinsenkung – ein heiß diskutiertes Thema
In den Medien wird das Thema heiß diskutiert. Oft werden Ängste vor Nebenwirkungen geschürt. Auch der Einfluss der Pharmafirmen wird in diesem Zusammenhang als treibender Faktor für den häufigen Einsatz der sog. „Cholesterinsenker“ genannt. Ziel des Aktionstages ist es, die Fakten in der Diskussion „Cholesterinsenkung – pro und contra“ darzustellen und die verschiedenen Therapie-Möglichkeiten kritisch zu betrachten. 
„Als erste Maßnahme gegen einen erhöhten Cholesterinspiegel empfiehlt sich eine Umstellung des Lebensstils. Dabei helfen Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion und regelmäßige Bewegung, die Werte in den Griff zu bekommen“, erklärt Dr. Jochum. Hat ein Patient jedoch bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, ist die Einnahme von Medikamenten (z.B. sog. Statine) zur Cholesterinsenkung zu empfehlen. 
 
Weitere Informationen und Hilfestellung gibt es am Themenabend im Knappschaftsklinikum Püttlingen. Dieser findet in Zusammenarbeit mit dem bundesweiten „Aktionstag Gefäßgesundheit“ der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) und der Deutschen Gefäßliga statt.