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22.05.17

Leisten-, Bauchwand- und Nabelbruch - was tun?

Moderne Operationsverfahren lassen Patienten schneller genesen

Das Knappschaftsklinikum Saar in Sulzbach lädt alle Interessierten zu einem Informationsabend zum Thema „Leisten-, Bauchwand- und Nabelbruch“ ein. Der Vortrag findet am 12. Juni 2017, 18 Uhr, in der Verwaltungsetage des Krankenhauses Sulzbach statt. Neben dem rechtzeitigen Erkennen stehen moderne Operationsverfahren im Mittelpunkt des Vortrags. Dabei erfahren die Besucher mehr über die häufigsten Ursachen und Entstehung der sog. „Hernien“ und wann eine Operation unumgänglich ist. Dr. Jochen Schuld, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, informiert über den Einsatz moderner Kunststoffnetze und schonende Schlüsselloch-verfahren, die die Patienten schneller genesen lassen.

Die operativen Verfahren bei Leisten-, Nabel- und Bauchwandbrüchen haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Im Mittelpunkt stehen minimal-invasive Verfahren, mit deren Hilfe den Betroffenen sehr viel schonender geholfen werden kann.

Entstehung und Ursachen von Hernien
Von einer Hernie oder einem Bauchdeckenbruch spricht man dann, wenn ein Defekt vorliegt, durch den Gewebe des Bauchraums die Bauchhöhle verlassen kann. Die Ursachen für eine Hernienentstehung können sehr unterschiedlich sein. Alle Brüche zeigen jedoch ähnliche Symptome wie Vorwölbung, Druckgefühl und ziehende Schmerzen unter Belastung. Gefährlich wird es, wenn sich ein Bruch einklemmt und von selbst nicht mehr zurückgeht. Sollte auch der Arzt den Bruch nicht reponieren können, kann eine sofortige Notoperation erforderlich sein.

Vorteile moderner Kunststoffnetze
Um einen spannungsfreien Verschluss der Bruchlücke zu erreichen, verwendet man moderne Kunststoffnetze. So sorgen bei Leistenbrüchen hauchdünne, mit Titanpulver beschichtete Netze dafür, dass sie gut vertragen werden und die Patienten nach der OP keine Schmerzen mehr haben und sich schnellstmöglich wieder voll belasten können. Auch bei Bauchwandbrüchen kommen dünne Kunststoffnetze zum Einsatz, die entweder von innen an die Bauchdecke geheftet oder zwischen die Schichten der Bauchdecke eingelegt werden. Dadurch wird eine besonders schonende Versorgung der Patienten erreicht. „Ziel der neuen Techniken ist es, dass Patienten schneller genesen und körperlich aktiv sein können. So verkürzt sich auch der Krankenhausaufenthalt für die Betroffenen“, ergänzt Dr. Schuld.

Minimal-invasive OP-Verfahren
„Wir setzen vorrangig moderne, spannungsfreie Operationsverfahren mit Hilfe der minimal-invasiven Chirurgie ein. Die OP einer Hernie gehört heute zu den am häufigsten durchgeführten Operationen unserer Chirurgie“, erklärt Dr. Schuld. Im Laufe der Zeit kann der Bruch, d.h. die Lücke im Gewebe größer werden. Eine der gravierendsten Folgen ist die Einklemmung von Darmschlingen, die dabei von der Blutversorgung abgeschnitten werden können. Die einzig sinnvolle Behandlung einer Hernie ist die Operation mit Verschluss der Bruchlücke. Ein spontanes Abheilen ist nicht möglich. Das Tragen von sog. „Bruchbändern“ führt lediglich zu druckbedingten Hautveränderungen und schwächt die Muskulatur weiter.
Im Anschluss seines Vortrags beantwortet Dr. Schuld gerne die Fragen der Besucher und informiert über Vorbeugung und Nachbehandlung bei Brüchen.