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18.05.17

Cannabis auf Rezept?

Neue und bewährte Methoden in der Schmerzbehandlung 

Im Mittelpunkt des bundesweiten Schmerz-Aktionstages 2017 stehen Informationen über neue Entwicklungen bei Therapie und Diagnostik von Schmerzerkrankungen. Cannabis ist in begründeten Fällen als Medizin freigegeben. Bei welchen Erkrankungen Cannabis eine Schmerzlinderung bringen kann, wie man es bekommt und welche Risiken es mit sich bringt, erklärt Dr. Gerhard Deynet, Chefarzt der Schmerzklinik. Die Besucher erfahren darüber hinaus, welche bewährten Therapien zur Schmerzbekämpfung sinnvoll sind. Alle Betroffenen, Patienten und Interessierte sind zu dem Arzt-Patienten-Dialog am Dienstag, dem 6. Juni 2017, 14 Uhr, herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet im Konferenzraum (8. Etage) im Knappschaftsklinikum Püttlingen statt.
 
Die Anzahl der Menschen mit chronischen Schmerzen steigt. Derzeit berichten etwa 23 Mio. Deutsche (28 %) über chronische Schmerzen, wovon etwa 2,2 Millionen stark in ihrem Alltag beeinträchtigt und eingeschränkt sind, so die Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. 
 
Sinnvoller Einsatz von Cannabis in der Schmerztherapie
 
Viele Schmerzpatienten haben in den letzten Jahren eine Odyssee erlebt, wenn sie Cannabis-Präparate benötigten. Inzwischen gibt es Cannabis als Medikament auf Rezept, ein entsprechendes Gesetz wurde im März 2017 verabschiedet. 
Der Einsatz von Cannabis-basierten Medikamenten zur Schmerzbekämpfung wurde in den letzten Jahren heftig diskutiert. „Wenn ein Arzt begründet eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf oder Symptome erwartet, kann er Cannabis verschreiben. Bisher war das nur mit einer Sondergenehmigung möglich“, erklärt Dr. Deynet. Die Cannabis-Blüten und -Zubereitungen sind in Deutschland in Apotheken erhältlich, die Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. Bei einer „Erstverordnung“ bedarf es allerdings vorher der Genehmigung der jeweiligen Krankenkasse. Der Patient muss also die Zusage seiner Krankenkasse abwarten. Ob bei medizinischem Cannabis eine Abhängigkeit entstehen kann, soll mit einer Begleitstudie geklärt werden, an der alle Cannabis-Patienten teilnehmen, die das Medikament von der Kasse erstattet bekommen. 
Die Besucher erfahren während der Veranstaltung, bei welchen Erkrankungen Cannabis eine Schmerzlinderung bringen kann, wie man es bekommt und welche Risiken die Medikation mit sich bringt.
 
Therapieerfolge durch Schmerzunterbrechung am Spinalganglion
 
Speziell für Patienten mit chronischen Schmerzen hat die Klinik für Schmerztherapie im Krankenhaus Püttlingen ein Behandlungskonzept von Diagnostik und einer neuen Form der Neurostimulation entwickelt, die außerordentlich effektiv ist. Nur wenige Zentren in Deutschland beherrschen diese Technik. Dr. Gerhard Deynet, Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie, ist einer der ersten Ärzte in Deutschland, die seit 2012 dieses Verfahren mit positiven Ergebnissen anwenden. Bei der Spinalganglion-Stimulation kann das betreffende Schmerzsignal erstmals gezielt an der Nervenwurzel gestoppt werden. „Die Spinalganglion-Stimulation ist ein Durchbruch in der Behandlung lokal begrenzter Schmerzen. Die Spinalganglion-Therapie gibt Patienten endlich wieder neue Hoffnung“, sagt Dr. Deynet. Die Schmerzklinik bietet dazu regelmäßige Termine in der Spezialambulanz an. Vorab kann bereits ein einfacher Fragebogen angefordert werden, um zu klären, ob diese Methode dem Patienten hilft. 
 
Im Rahmen des bundesweiten „Aktionstages gegen den Schmerz“, an dem sich auch in diesem Jahr wieder die Schmerzklinik des Knappschaftsklinikums Püttlingen beteiligt, werden weitere Verfahren zur Schmerzbekämpfung vorgestellt und im Anschluss die Fragen der Besucher beantwortet.