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03.02.17

„Wir Saarländer stehen für uns ein“

Gesundheitsministerin Monika Bachmann und die Ärzte der Sulzbacher Augenklinik im Knappschaftsklinikums Saar appellieren an die Saarländerinnen und Saarländer, sich als Gewebsspender registrieren zu lassen. Alleine im Saarland fehlen bei der Hornhauttransplantation jährlich 300 Spender. 
 

„Organ- und auch Gewebsspenden können anderen Menschen helfen, trotzdem kommt es leider sehr häufig zu Engpässen. Alleine 300 Saarländerinnen und Saarländer warten momentan beispielsweise auf eine Hornhaut-Transplantation, die häufigste und erfolgreichste Transplantation in der Medizin. Unter dem Motto „Wir Saarländer stehen für uns ein“ möchten wir die saarländische Bevölkerung motivieren, sich mit der Organ-und Gewebsspende zu beschäftigen und sich bewusst zu machen, dass sie damit auch Leben retten können“, so Gesundheitsministerin Monika Bachmann.

Die Augenhornhaut ist der Teil des Auges, der dafür verantwortlich ist, dass wir sehen können. Wird die Hornhaut beschädigt, kann das den Verlust des Augenlichts für die Betroffenen bedeuten. In diesem Fall kann nur noch eine Hornhauttransplantation helfen. Die Hornhauttransplantate stammen von Verstorbenen, die sich bereits zu Lebzeiten für eine Gewebespende ausgesprochen haben. Liegt eine solche Erklärung nicht vor, dürfen die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen entscheiden. „Das Alter des Verstorbenen spielt dabei keine Rolle. Auch Brillen- oder Kontaktlinsenträger, Menschen mit einer Augenerkrankung oder sogar einer Augenoperation kommen als Spender in Frage. Selbst die meisten Krebserkrankungen sprechen nicht gegen eine Hornhautspende“ so Dr. Arno Haus, Leiter der Knappschafts-Gewebebank Sulzbach. Die Hornhäute von Verstorbenen, die an bestimmten Erkrankungen, wie Hepatitis B und C oder AIDS gelitten haben, werden von der Transplantation ausgeschlossen, um eine Übertragung von Infektionen zu vermeiden.

Mit einer im Transplantationszentrum Sulzbach entwickelten Technik wird die Hornhauttransplantation so vereinfacht, dass sie von jedem besonders geschulten Augenarzt durchgeführt werden kann. Etwa 1.000 Menschen könnte mit dem neuen Verfahren schneller zu einer Spenderhornhaut verholfen werden. Mit der Gewebebank Sulzbach als eine der modernsten Reinraum-Gewebebanken zur Herstellung von Augenhornhaut-Transplantaten unter höchsten Reinraumbedingungen übernimmt das Saarland eine Vorreiter-Rolle bei der Hornhauttransplantation.
„Unser Ziel ist es, durch ein bundesweites Netzwerk von Kliniken die Anzahl der Hornhautgewebespenden zu erhöhen. Dazu haben wir bundesweit mit den 14 Knappschaftskliniken einen ersten Schritt zur Kooperation unternommen. Im Saarland arbeiten wir eng mit unserem Klinikstandort in Püttlingen und mit den SHG-Kliniken in Völklingen zusammen. Außerdem freuen wir uns sehr über die rege Unterstützung von Gesundheitsministerin Monika Bachmann und ihrem Ministerium“, erklärt Prof. Dr. Peter Szurman, Chefarzt der Augenklinik Sulzbach. Unterstützt und überwacht wird das Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Gewebespende, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die seit 15 Jahren altruistisch das Ziel verfolgt, möglichst viele Patienten mit Gewebetransplantaten zu versorgen.
„Hornhauttransplantationen können Menschenleben zum Besseren wenden. Daher appelliere wir an alle Saarländerinnen und Saarländer sich als Organ- und Gewebsspender registrieren zu lassen. Ich hoffe, dass wir in naher Zukunft imstande sein werden, allen Betroffenen das Augenlicht durch eine Hornhaut-Transplantation zu wahren“, so Ministerin Monika Bachmann.


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